Einleitung

Wegstrecke und Orientierung

Alle Informations-
tafeln mit Bienenschaukasten

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Weglänge ca. 6,5 km
zwischen der Fischtreppe am Bärensee (im Süden) und der Fischtreppe am
DAV-Kletterzentrum (im Norden)


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Alle Informationstafeln mit Bienenschaukasten

Übersicht

Infotafel Wertach – von der Quelle bis zur Mündung • Freizeitgelände Wertachpark

Infotafel Welchen Vogel siehst Du? • Fußgängersteg am Sonneneck

Infotafel Wertach im Wandel der Zeit • Fußgängersteg am Bleichanger

Infotafel Auwaldvegetation des Voralpenflusses und bedrohte Pflanzenarten
Fußgängersteg im Haken


Infotafel Den Fischen ein Nest bauen • Brücke Neugablonzer Straße

Infotafel Streifzug durch die Stadtgeschichte • Crescentiabrücke

Erlebnispädagogik Bienenschaukasten mit Bienenvolk
(von Frühjahr bis Herbst)
südlich der Bahn- und Ulrichsbrücke und östlich der Kleingartenanlage

Infotafel Im Revier des Bibers • Bärenwäldle








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Standort: Freizeitgelände Wertachpark
Wertach – von der Quelle bis zur Mündung

Der Flussname „Wertach“ – sicher vorgermanischen ­Ursprungs – wird erstmals von dem Mönch Venetus Fortunatus 642 n. Chr. als „virdo“ – d.h. „die Schnelle“– ­erwähnt. Tatsächlich ist die Wertach der Fluss mit dem größten Gefälle* – ca. 1100 m von­ den ­Quellen bis zur Mündung in den Lech bei ­Augsburg.

Genau genommen hat die Wertach zwei Quellen –die des Eckbaches, der unter dem Kühgundkopf (1907 m) – und die des Kaltenbrunnbaches, der unter dem ­Iseler (1876 m) entspringt.

Diese beiden Bäche vereinigen sich an der Unteren Schwandalpe / Gemeinde Unterjoch zur Wertach. Die deutschlandweit höchsten Niederschlagsmengen in ­dieser Region (2000 – 2400 mm pro Quadratmeter jährlich) garantieren eine ganzjährig gute Wasserführung. Auf einer Länge von 142 km durchquert sie die Ausläufer der Nördlichen Kalkalpen, das Jungmoränengebiet des ­Alpenvorlandes und die von den Schmelzwässern der Gletscher der Eiszeiten geprägten Iller-Lech-Schotterplatte. Die abschnittsweise dunkle Färbung des Wassers verursachen Huminstoffe, die von Zuflüssen aus Mooren stammen. Landschaftlicher Höhepunkt ist die Wertachschlucht bei Nesselwang, eine der schönsten Flusslandschaften Deutschlands. Flussregulierende Ausbaumaßnahmen, Begradigungen, Uferverbauungen, künstliche Staustufen im Verlaufe der letzten ­150 Jahre verhindern den natürlichen Geschiebeeintrag durch Seitenerosion sowie den Geschiebetransport. Infolge dessen hat sich der Fluss mancherorts ­bedrohlich tief in die unterliegende Obere Süßwasser-Molasse (OSM) eingegraben und die Flussstrecke um ca. 30km verkürzt. Damit geht auch Wasserrückhalteraum für millionen Kubikmeter Wasser verloren.

Anrainergemeinden, insbesondere die Stadt Augsburg, wo die Wertach in den Lech mündet, sind deshalb bei Starkregenereignissen mit Überschwemmungen umso mehr gefährdet. Auch die ­wegen ihrer Artenvielfalt ökologisch wertvollen ­Auwälder, deren Existenz an regelmäßige Überflutungen gebunden ist, sind weitgehend degradiert oder bereits ganz verschwunden. Die menschlichen Eingriffe zur Land- und Energiegewinnung, auch im Zuge der Industrialisierung, waren aus damaliger Sicht Voraussetzung der zivilisatorischen Entwicklung der Region.

© Text: Dr. Christoph Greifenhagen
© Fotos: Wasserwirtschaftsamt Kempten
© Gestaltung: www.grafikwerk.de




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Standort: Fußgängersteg am Sonneneck
Welchen Vogel siehst Du?


© Inhalt: Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e.V.
© Umsetzung: www.grafikwerk.de




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Standort: Fußgängersteg am Bleichanger
Wertach im Wandel der Zeit

Ein natürlicher Fluss verändert ständig sein Aussehen und seinen Lauf. Besonders bei Hochwasser wird viel Material abgetragen und an anderer Stelle wieder angelandet. Permanent entstehen neue Uferanbrüche und neue Kiesbänke.

Durch massive Eingriffe hat der Mensch die Wertach ­begradigt, die Ufer verbaut und den Fluss für Energieerzeugung aufgestaut. Dadurch verlor die Wertach ihre Dynamik und ist wie in ein Korsett gezwängt. Sehr wertvolle Lebensräume für speziell darauf angepasste Tier- und Pflanzenarten sind dadurch verloren gegangen.

Das Wasserwirtschaftsamt Kempten ­versucht mit folgenden Maßnahmen ­wieder mehr Dynamik und Strukturvielfalt in die Wertach zu bekommen:
Einbau von Buhnen und Störsteinen zur Dynamisierung der Wertach
Einbringen von Kies
Herstellen der Durchwanderbarkeit der Wertach für Fische und Kleinstlebewesen
Einbau von Totholz
Anregung von Uferanbrüchen

Vergleich mit Infografiken:
Strukturvielfalt im aufgeweiteten Fließgewässer
Strukturarmes, ausgebautes Fließgewässer

© Inhalt: Wasserwirtschaftsamt Kempten
© Gestaltung: www.grafikwerk.de





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Standort: Fußgängersteg im Haken
Auwaldvegetation des Voralpenflusses und bedrohte Pflanzenarten

Die ursprüngliche Vegetation an der Wertach um Kaufbeuren entsprach dem Lebensraumtyp Auwald des Voralpenflusses. Menschliche Eingriffe – Regulierungen, Uferverbauungen und Stauwerke im Verlaufe der letzten 150 Jahre haben den ehedem vegetationsreichen Auen mit einzigartiger floristischer und faunistischer Ausstattung die Lebensgrundlage entzogen. Es fehlt der natürliche Nährstoff- und Materialeintrag im Jahresrhythmus. Die Grundwasserabsenkung durch Eintiefung des Flusses gräbt den Auen zusätzlich regelrecht das Wasser ab.

Dennoch findet sich in Relikten ein Mosaik vielfältiger Lebensräume. Neben den typischen Bäumen und Sträuchern des Auwaldes finden sich unter anderem die Rote Liste-Arten:
Blaustern (Scilla bifolia)
Gelbstern (Gagea lutea)
Märzenbecher (Leucojum vernum)
Weiches Lungenkraut (Pulmonaria mollis)
Gekielter Lauch (Allium carinatum)
Frauenschuh (Cypripedium calceolus)
Zwergigelkolben (Sparganium minimum)

Aspektbildend ist die Rote Pestwurz (Petasites hybrides). Leider verdrängen in zunehmendem Maße Neophyten, wie das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) und das Hohe Helmkraut (Scutellaria altissima), die heimischen Arten und destabilisieren die Ufer.

© Inhalt: Dr. Christoph Greifenhagen
© Gestaltung: www.grafikwerk.de




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Standort: Brücke Neugablonzer Straße
Den Fischen ein Nest bauen


Zur Nutzung der Wasserkraft sind viele Flussabschnitte aufgestaut. Geringe Fließgeschwindigkeit, fehlendes Substrat und Monotonie im Flussverlauf sind die Folgen.

In Fließgewässern kann dieser struktuellen Verarm­ung durch Belassen oder Einbringen von Totholz entgegengewirkt werden. Neben seiner optischen Wirkung als ­markante Struktur erfüllt Totholz eine ganze Reihe biologischer Funktionen.


Totholz schafft Strukturvielfalt im Fließgewässer und sorgt für biologische Vielfalt.
Im Bereich von Totholz bilden sich hochwertige Laichplätze aus.

© Text: Wolfgang Scheufler
© Fotos: Landesfischereiverband Bayern
© Gestaltung: www.grafikwerk.de




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Standort: Crescentiabrücke
Streifzug durch die Stadtgeschichte


Die kreisfreie Stadt Kaufbeuren, Bezirk Schwaben, liegt im von Gletschern und ­deren Schmelzwässern der Eiszeiten geprägten Bayerischen Allgäu. Höhe 660 m - 834 m ü. NN, Fläche 40 km2, ­Einwohnerzahl 43.800 (2015). Stadtteile: ­Altstadt, Neugablonz, 1972 eingemeindete Dörfer Oberbeuren, Hirschzell und Kleinkemnat.

Die Anfänge der Stadt gehen auf einen ­karolingischen Königshof des
8. Jahrhunderts zurück.Die strategisch und verkehrsmäßig ­günstige Lage am Flussübergang der Wertach, deren zumindest beschränkte Schiffbarkeit, Nutzung für Brauchwasser und Mühlenbetrieb durch Ableitung zur Energiegewinnung, waren sicher ausschlaggebend für die Ortswahl.

Geradezu prä­de­s­ti­niert für den Standort waren die stark schüttenden Quellen am Fuße der westlichen Hangleite zur Trinkwasserversorgung.

Sehenswürdigkeiten:
Fünfknopf-Turm mit gut erhaltener mittelalterliche Stadtmauer, dem Wahrzeichen der Stadt
Die Blasiuskirche,­ integriert in die Stadtmauer, mit dem spätgotischen Hochaltar von Jörg Lederer (1518) und einem Bilderzyklus vom Leben und Tod heiliger Märtyrer, ist das bedeutendste kunsthistorische Kleinod Kaufbeurens
Stadtmuseum mit einzigartiger Kruzifixsammlung
Crescentiakloster
Puppentheatermuseum
nicht im Bildausschnitt: Puppentheater und Feuerwehrmuseum • Isergebirgsmuseum • Burg Kemnat mit „Römerturm“, Sitz Volkmar des Weisen (+ 1283), Erzieher des letzten Staufers Konradin. 1240 Abfassung der ältesten deutschsprachigen Königsurkunde im Beisein König Konrads IV. Gute Aussicht auf Alpen und Vorland.

1112 • erstmals Heinrich von Buron urkundlich erwähnt
1286 • von König Rudolf I. zur Reichsstadt erhoben
1493-1519 • Kaiser Maximilian I. – hatte ein besonders inniges Verhältnis zu Kaufbeuren, ließ sich hier ein eigenes Wohnhaus errichten und weilte sehr oft in der Stadt. Der Legende nach geht die Stiftung des Tänzelfestes, des ältesten Kinderfestes Bayerns, auf Kaiser Maximilian I. zurück
1545 • Übernahme des Augsburger Religionsfriedens und damit Anerkennung des Protestantismus
1802 • fiel Kaufbeuren mit dem Reichsdeputationshauptschluss an Bayern
1946 • Gründung der Vertriebenensiedlung Neugablonz auf dem Gelände der ehemaligen Dynamit AG, Sitz der weltbekannten Schmuckindustrie
2001 • Heiligsprechung der Crescentia von Kaufbeuren

© Inhalt: Dr. Christoph Greifenhagen
© Historische Stadtansicht: Evangelisches Kirchenarchiv Kaufbeuren
© Gestaltung: www.grafikwerk.de



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Imker Werner Köhler vom Imkerverein Kaufbeuren betreut das Bienenvolk im neuen Bienenschaukasten am Wertach-Wanderweg. Hier setzt er eine neue Wabe ein. Der Schautafeln erläutern das Leben der Honigbiene.

Standort: südlich der Bahn- und Ulrichsbrücke und östlich der Kleingartenanlage
Bienenschaukasten mit Bienenvolk

(von Frühjahr bis Herbst)

Der Wertach-Wanderweg in Kaufbeuren ist seit kurzem um eine Attraktion reicher: einen Schaukasten mit echtem Bienenvolk. Er ist aufklappbar und ermöglicht den uneingeschränkten Blick auf das emsige Treiben von ca. 3.000 Bienen. Schautafeln informieren über die Lebensweise der Honigbiene. Der Bienenschaukasten steht am südlichen Abschnitt des Wertach-Wanderwegs: gegenüber der Kleingartenanlage im Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr Ulrichsbrücke und der Fachoberschule an der Schelmenhofstraße.

Bienensterben gefährdet uns alle

Wie wichtig ein solcher Schaukasten und die damit verbundenen Informationstafeln sind, wird beim Blick auf die Bienenpopulation weltweit klar. Die Honigbiene stirbt nämlich langsam aus. Pestizide, Krankheit und unsachgerechter Umgang von Hobbyimkern gefährdet ihren Fortbestand. Doch ohne die Honigbiene hat auch der Mensch nicht viel zu lachen. Die Biene ist nicht nur für die Honigproduktion zuständig, sondern bestäubt auch alle Pflanzen, die Grundlage unserer Ernährung sind.

Text: Pressemitteilung der Stadt Kaufbeuren / B4B Schwaben



Schülerinnen und Schüler der staatlichen Berufsschule fertigten den Bienenschaukasten.

Fotos: privat / Häfele



Hinweis zur Überwinterung

Bienenvölker halten keinen Winterschlaf, sondern sie überwintern als Volk. Dazu ziehen sie sich zu einer Überwinterungstraube zusammen.
Im Inneren dieser Bienentraube herrschen – unabhängig von der Außentemperatur – Temperaturen von 20 °C bis 35 °C.

Diese Traubenbildung ist in einem Bienenschaukasten nicht möglich. Deshalb wird das Schaubienenvolk rechtzeitig vorher in einen normalen Bienenkasten umgesetzt, um gut über den Winter zu kommen.

Im Frühjahr, wenn die Außentemperaturen es erlauben, wird der Bienenschaukasten wieder besetzt.

Text: Johann Fischer • Foto: Dr. Pia Aumüller




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Standort: Bärenwäldle
Im Revier des Bibers


Mit seinem Gewicht von rund 30 kg und einer Länge von über 1,30 m ist der Biber das zweitgrößte Nagetier der Welt.

Die Hinterfüße besitzen Schwimmhäute und dienen – ­zusammen mit dem abgeflachten und beschuppten Schwanz (Kelle) – zur Steuerung und Fortbewegung im und unter Wasser.

Sein extrem dichtes Fell – mit bis zu 23.000 Haaren pro qcm – schützt vor Kälte und Nässe (der Mensch hat übrigens nur ca. 500 Haare pro qcm).

Der Biber benötigt rund 1 kg Nahrung am Tag. Im Sommer Wasserpflanzen, Kräuter und Jungtriebe von Gehölzen, im Winter nagt er die Rinde von Bäumen ab.

Er fällt die Bäume bevorzugt direkt am und in das Wasser, so kommt er gut an die Rinde heran. Mit den Ästen baut er seine Burg und die Dämme. Der Eingang der Biberburg liegt unter Wasser, damit er vor Feinden geschützt ist. Dazu staut er die Bäche auf. Der Biberdamm, aufgestaute Bachabschnitte, gefällte Bäume mit abgenagter Rinde und die Biberburg sind die Bausteine seines Biber-Reviers.

Im Biber-Revier entstehen Lebensräume mit einer hohen Artenvielfalt, z. B. für Libellen und Amphibien.

Früher wurde der Biber gejagt und 1867 der letzte Biber in Bayern getötet.
100 Jahre später wurden – mit Genehmigung der Behörden – etwa 120 Biber in Bayern wieder angesiedelt.

Heute ist der Biber in ganz Europa geschützt.


© Biber-Foto: Stefan Schopf
© Fotos: Wasserwirtschaftsamt Kempten
© Gestaltung: www.grafikwerk.de




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